Seid lästig! - Die Studienfahrt der Q2w nach Wien

Welcher Stadt wurde 2019 bereits zum 10. Mal in Folge die weltweit höchste Lebensqualität zugesprochen? Auch wenn einen die ersten Spekulationen vermutlich nach Skandinavien, Australien oder Kanada führen, haben tatsächlich die Mitteleuropäer das Glück, diese Vorzeigemetropole auf ihrem Gebiet zu haben. Unsere österreichischen Nachbarn freuen sich seit Jahren, dass ihre Bundeshauptstadt der gefeierte Dauer-Platz-1 ist. „Wenn ihr einmal in Wien wart, dann fahrt ihr mindestens noch ein zweites Mal hin!“ Das hatte uns unser Fahrtleiter vor Beginn der Fahrt prognostiziert. Er hatte uns neugierig gemacht, waren wir doch eher zufällig auf dieses Reiseziel gekommen. Und so wollten wir auf unserer einwöchigen Studienfahrt herausfinden, woher die Begeisterung unseres Reiseleiters kam.
Wir sind die Q2w und unsere Reise ging vom 15. bis zum 21. August. Unser Reiseleiter, ein wahrer Wien-Experte, der die österreichische Bundeshauptstadt schon oft besucht hat, konnte auf den zahlreichen Altstadtspaziergängen mit seinem Fachwissen über die Metropole und ihre Geschichte punkten. Zudem durften wir den Fremdenführer Ernesto kennenlernen, der sich ausgezeichnet mit der Geschichte und Politik Wiens und Österreichs auskannte. Ernesto zeigte uns den Nationalrat, begleitete uns über den Heldenplatz und diskutierte leidenschaftlich mit uns über Demokratie und politische Verantwortung jedes Einzelnen. Der Satz „Seid lästig, lasst euch nichts vormachen!“, zog sich wie ein Leitmotiv durch seine Führungen. Gemeinsam begaben wir uns außerdem auf die Suche nach Adolf Hitlers Wiener Ursprung und besichtigten das jüdische Museum und den Stadttempel.
Sehenswert sind im Zentrum der Stadt vor allem die vielzähligen imposanten Baudenkmäler, die überwiegend im und um den ersten Bezirk angesiedelt sind. Darunter fallen neben dem Hofburgkomplex und den feudalen Schlössern Belvedere und Schönbrunn mitsamt ihren Parkanlagen auch klerikale Bauten wie der zentrale Stephansdom und die Karlskirche. Vor allem die Sauberkeit der Stadt fiel uns schnell positiv ins Auge. Wenig Müll auf den Straßen und akkurat angelegte, gepflegte Parks prägen das Stadtbild. Eine nachmittägliche Wanderung durch die Weinberge des stadtnah und dennoch in der Natur gelegenen Kahlenbergs, die wir auch zum Anlass für die Einkehr in einen traditionellen Heurigen nahmen, wurde für viele von uns zum Höhepunkt.
Doch nicht nur tagsüber war Wien ein Erlebnis. Besonders am Abend ist die Stadt wunderschön und zeigt sich nochmal von einer ganz anderen Seite. Im August wird es schon um 21 Uhr ziemlich dunkel. Die ersten Abende wurden wir durch den ersten Bezirk, die Innere Stadt, geführt. Ein Insider dort ist die Eisdiele "Zanoni & Zanoni". Schön war es auch, die nächtliche Hofburg und die abendlichen umliegenden Parks zu besuchen. Obwohl durch Corona kaum Menschen unterwegs waren, war die besondere Stimmung überall spürbar.
An einem anderen Abend haben wir das älteste Sanierungsgebiet der Stadt „Am Spittelberg“ im siebten Bezirk besucht. Die kleinen Gassen und die Altbauten spiegeln den ursprünglichen Wiener Stil bis ins 17. Jahrhundert wider. Die Atmosphäre dort ist sehr romantisch und gerade abends lohnt es sich, in den dortigen Restaurants und Innenhöfen einmal vorbei zu schauen.
Nachdem wir die Stadt ganz gut kennengelernt hatten, verbrachten wir zwei Abende an der Donau. Von der Haltestation "Donauinsel" kommt man schnell an die Promenade. Durch das gute Wetter während der gesamten Fahrt war es auch an den Abenden immer lange warm. Einige haben sich auch den Prater angeschaut, ein Vergnügungspark wie der Hamburger Dom. Auch das war nachts ein absolutes Erlebnis, vor allem eine Fahrt mit dem Riesenrad ist sehr zu empfehlen. Dadurch, dass das Straßenbahn- und U-Bahnnetz hier auffällig gut ausgebaut ist, war es auch nie problematisch, innerhalb kürzester Zeit den Standort zu wechseln, beziehungsweise zur Jugendherberge zurückzukommen. Wien bot deswegen nicht nur am Tag viele Eindrücke, sondern auch die Abende wurden zu echten Highlights!
Und dann war die Fahrt auch schon vorbei, ohne dass irgendjemand von uns ansatzweise alle sehenswürdigen Ecken Wiens gesehen hat. Und das lag nicht nur daran, dass UNO und OPEC coronabedingt geschlossen hatten. Alle für die Region typischen Speisen konnten wir natürlich auch nicht probieren. Einen Kaiserschmarrn hat aber jeder von uns einmal gegessen. Als unser nightjet in Wien losfuhr, war uns klar geworden, warum wir gerade den ständigen Favoriten als Stadt mit der höchsten Lebensqualität verließen. Wien ist immer eine Reise wert und höchstwahrscheinlich wird unser Reiseleiter recht behalten: „Wenn ihr einmal in Wien wart, dann fahrt ihr mindestens noch ein zweites Mal hin!“
Pauline, William und Finn, Q2w

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