Auschwitz 2020 - um nicht zu vergessen

Eine Fahrt in die Vergangenheit

Die Sonne scheint, Morgenfrost bedeckt die in der Ferne liegenden Wiesen, auf denen, wenn man genau hinschaut, ein paar Blicke auf die dort grasenden Rehe erhaschen kann. Eine fast friedliche Atmosphäre liegt über diesem doch so düsteren Ort. Ein Guide wird die 31 Schüler des Sachsenwaldgymnasiums Reinbek in den nächsten Stunden durch Auschwitz Birkenau führen. Begleitet werden diese durch die Lehrkräfte Frau Schwiedeps und Herr Babin. Diese besondere Fahrt dient zum Erinnern und zum Verstehen. Begreifen, was hier vor 75 Jahren ein Ende nahm
Tritt man durch das Tor von Auschwitz-Birkenau, erblickt man zahllose Baracken, vereinzelt in die Höhe ragenden Schornsteine und Stacheldraht, in der Ferne gen Himmel ragende Birken, die diesem Ort seinen Namen gaben. Das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau ist ein Mahnmal des Terrors und Erbe der NS-Zeit.
6 Millionen Juden wurden damals an diesem Ort gefoltert, vergast und entwürdigt.
Tritt man in eine Baracke, in der die Häftlinge schliefen, wirft sich einem die Frage auf, wie es möglich war, das Lager zu überleben.
Eingeengt in Stockbetten, von Ratten gebissen und von Kälte und Gestank gequält, kämpften die Häftlinge jede Nacht mit dem Tod.
Auch heute noch ist der Tod allgegenwärtig.
Später besucht die Gruppe die zerbombten Krematorien auf dem Gelände von Auschwitz-Birkenau. Die Anlagen, in denen Millionen von Menschen systematisch vernichtet wurden. Nur wenige überlebten den Holocaust.
Diejenigen, die überlebten, machten es sich zur Aufgabe, die Erinnerung an Auschwitz zu erhalten und die jüngeren Generationen über den Holocaust aufzuklären. So baute Marianne Goldstein zusammen mit anderen Überlebenden die Jugendbegegnungsstätte, in der die Gruppe während ihres 4-tägigen Aufenthaltes wohnte.
Ein weiterer Überlebender, der polnische Künstler Marian Kolodziej, kreierte eine eindrucksvolle Ausstellung, die die Gruppe in den Katakomben einer Kirche besuchte. Sein Lebenswerk beschrieb seine Zeit Auschwitzs in hunderten von Zeichnungen. Auf allen Bildern zu sehen: Die ausgemergelten Körper und schmerzverzerrten Gesichter der Insassen, und immer wieder die Nummer 432, seine damalige Häftlingsnummer. Gepeinigt von denen als Monster dargestellten SS-Wärtern. Nach der einstündigen Führung ist jedem das Grauen und die Brutalität Auschwitzs noch einmal, und noch stärker, vor Augen geführt worden. Die Schüler sahen sich bereits den Film Schindlers Liste zur Vorbereitung auf Auschwitz an, doch die in Auschwitz gesammelten Eindrücke bringen den Schülern die Vergangenheit erst richtig nahe.
Die Auswirkungen des Holocausts sind noch heute in der kleinen Stadt Auschwitz zu sehen,
Nach 70 Jahren ist das jüdische Leben immer noch nicht an diesen Ort zurückgekehrt; der letzte einheimische Jude verstarb vor 20 Jahren.
Nach 5 Stunden neigt sich die Führung in Auschwitz-Birkenau ihrem Ende zu. Die Schüler verlassen das Lager, die Eindrücke bleiben. Der Abendhimmel legt sich über die Ruinen des Konzentrationslagers.
Die Fahrt macht nichts ungeschehen, aber sie verschafft Bewusstsein über das Geschehene.
Wir bedanken uns bei der Bethe-Stiftung für die großzügige Spende, die diese Fahrt ermöglichte.

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